Deutscher Voltigierpokal der L-Gruppen 2026 – wir waren dabei

Am Donnerstag, 25. Juni, herrschte große Aufbruchstimmung im Stall und irgendetwas war anders als sonst. Dass was im Busch war, verriet mir mein feines Gespür über Augen, Ohren und Nüstern und überraschte mich nicht. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen hatten meine Voltigierer und ich ein erhöhtes Trainingspensum und die Anspannung meiner Zweibeiner wuchs spürbar. Meine Longenführerin Corinna behielt jedoch mit ihrer jahrelangen Erfahrung im Voltigiersport die Ruhe und das Team VOPS1 fuhr mit viel Ausrüstung in meinem Pferdeanhänger zum Haupt- und Landgestüt Marbach-Gomadingen, wo der Deutsche Voltigierpokal der L-Gruppen in diesem Jahr ausgetragen wurde.
Die Rahmenbedingungen für die bevorstehenden Wettkampftage waren wegen der außerordentlichen Hitze mit Temperaturen über 35 Grad nicht ideal. Der Veranstalter in Marbach und die Tierärzte vor Ort ergriffen deshalb viele Maßnahmen, so dass die Belastung, Abkühlung und Erholung bei uns Vierbeinern konsequent auf die Bedingungen abgestimmt waren. Wir wurden sehr gut überwacht, mit Blutabnahmen, Temperatur- und Gewichtsmessungen, Atmung, Speichelproben. Es wurde sogar ein Herzfrequenz-Messgerät unter meinem Voltigiergurt angebracht, damit die Daten vor, während und nach der Prüfung ausgelesen werden konnten.
Ich habe mir eher Sorgen um meine zweibeinigen Team-Sportler gemacht, die aber die Hitze mit viel Trinken, Wassermelone, Eis und einer unvergesslichen Wasserschlacht nach der Siegerehrung und dem Stiftungs-Empfang am Samstagabend ganz gut weggesteckt haben.
Sowohl beim Pflichtdurchgang am Freitag als auch beim Kürdurchgang am Samstag waren die Tribünen gut gefüllt und es herrschte eine tolle Stimmung – nicht nur in der Wettkampfhalle, auch im Stall-Zelt. Die Anspannung vor dem Wettkampf stieg und wir freuten uns darauf zu zeigen, was in meinem jungen Team, das erst seit dieser Saison mit mir in der Leistungsklasse L startet und sich für die Teilnahme am DVP bei den beiden Sichtungsturnieren qualifiziert hat, steckt. Ich habe mein Team hierbei bestmöglich mit meinen guten Pferdenoten unterstützt!
Die Nervosität legte sich im Zirkel und ich war dem Moderator sehr dankbar, dass er das Publikum darauf hinwies, dass ich ein genügsames Pferd bin und den schwäbischen Ansatz gut finde, dass 1 Baden-Württemberg-Fähnchen reicht. Denn hunderte Fähnchen und die zahlreichen Fächer im Publikum bringen mich sehr aus der Ruhe. Mit unserer Pflicht waren wir zufrieden, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Luft nach oben gibt, wie sich meine Voltigierer bei den anderen Gruppen abschauen konnten. Die Kür lief für meine Zweibeiner nicht fehlerfrei durch. Aber wir machten das Beste daraus und durften unser Können und unsere schöne Kür „Save the Planet“ präsentieren.
Am Ende des Tages reichte es für den 26. Platz unter 36 startenden Gruppen und wir sind alle ziemlich stolz, dass wir beim DVP in Marbach an den Start gehen durften und viel an Erfahrung, schöne Erlebnisse und jede Menge neue Bekanntschaften mit anderen Vier- und Zweibeinern aus dem Team BaWü und den Teams aus den anderen Bundesländern mit nach Hause nehmen können. Als wir dann müde und erschöpft am Sonntagnachmittag heimatliche Gefilde erreichten und ich vertraute Stall-Luft witterte, freute ich mich sehr auf meine eigenen vier Stallwände und darauf, meinen Boxen-Nachbarn ein paar spannende Geschichten zu erzählen.
Nach dem Turnier ist vor dem Turnier, ich freu mich darauf
Eure Svantje Schalom
(Voltigierpferd VOPS1)
Danke schön an alle, die mit uns mitgefiebert haben! Danke auch für das großartige Video unserer jüngsten Voltis von VOPS, die uns mit ihren Botschaften viel Glück gewünscht haben. Und ein riesengroßes Dankeschön an das Team der Stiftung Deutscher Voltigiersport und das Team Winnenden für die Organisation des Turniers – Ihr habt daraus etwas ganz Besonderes gemacht.
